Das Fab Lab nun auch mit Tamponspender

Zum internationalen Tag der Menstruationshygiene hat das Autonome Feministische Referat der Universität Siegen Tampons und Binden verschenkt. Diese Aktion nahmen wir spontan zum Anlass, einen eigenen Tamponspender mit einem 3D-Drucker herzustellen.

Gerade in der aktuell neu entbranten Debatte zur Luxussteuer auf Menstruationshygiene-Artikel (siehe unter anderem diese Petition) ist es uns wichtig ein kleines Zeichen zu setzen und die Arbeit unserer feministischen Kommiliton*innen weiterzudenken. Wir haben daher einen Tamponspender des Thingiverse-Users “plasmatree” für unser Lab gedruckt. Dieser Tamponspender basiert auf dem großartigen Konzept zweier in der Szene sehr bekannten Makerinnen Simone Giertz und Laura Kampf.

Schaut euch auch gerne auch einmal das Video der beiden Makerinnen dazu hier an

Wir wünschen allen feministischen Kolleg*innen viel Erfolg im Kampf gegen das Totschweigen von Menstruation und für die Abschaffung der Luxussteuer auf diese Produkte und laden noch einmal explizit auch die menstruierenden Maker*innen ein, sich am freitags zum Open Lab einen eigenen Tamponspender zu drucken.

3D-Modellierung für Anfänger – Workshop am 27. April um 14 Uhr

Für diesen Samstag laden Mao und Malek zum Anfängerworkshop zum einfachen 3D-modellieren im Fab Lab ein.

Parallel zur NerdCon (Veranstaltungslink (Facebook)) werden wir am Samstag zwischen 14:00 und 18:00 im Fab Lab völligen Anfängern das Modellieren von 3D-Modellen mit möglichst einfach zu verstehenden Werkzeugen näherbringen.
Das Thema des Workhops sind der Einfachheit halber Alien-Fische. Diese erstellen wir mit TinkerCAD und bearbeiten sie mit Blender3D weiter, um sie anschliessend das Wochenende über mit 3D-Drucker Wirklichkeit werden zu lassen.

Fühlt euch herzlich eingeladen. Falls junge Makerinnen und Maker unter 18 Jahren teilnehmen möchten, dann bitte wie im Fab Lab üblich, mit Aufsichtsperson 🙂

Die Teilnahme ist kostenfrei! Wichtig: Bringt euren Laptop mit!
Wir treffen uns um 14 Uhr im Fab Lab. Der Eingang ist auf Seiten der Siegtreppen am Herrengarten.

Euer Fab Lab-Team

Link zu dieser Veranstaltung auf Facebook: https://www.facebook.com/events/815598342125447/

Ab sofort immer Mittwochs: Happy Hour für 3D-Druck von 16 bis 17 Uhr

Ab sofort bieten wir euch Mittwochs von 16 Uhr bis 17 Uhr an, dass ihr selbstständig sehr schnelle Drucksachen (Druck muss um 17 Uhr fertig sein!) oder sehr lange Drucksachen (über Nacht) auf unseren 3D-Druckern erledigen könnt.

Ist die Happy Hour für mich?

Diese Fragen solltest du mit ‘Ja kla!’ beantworten können, dann bist du zur Happy Hour am Mittwoch richtig:

  • Hast du eine Sicherheitsunterweisung in der 3D-Drucker behandelt wurden?
  • Kannst du selbstständig den 3D-Drucker starten und bedienen, mit dem du drucken möchtest?
  • Hast du genug Filament für deinen Druck?

Warum wir das machen?

Damit am Freitag noch mehr Zeit für alle anderen Drucke ist. Die Happy Hour ist ein Angebot und kein Muss. Natürlich könnt ihr auch weiter Freitags bei einer kühlen Mate auf das Fertigwerden eueres Drucks warten.

Und denkt dran: versucht möglichst gemeinsam auf einem Druckbett mit anderen zu drucken, wenn es eure Drucksachen zulassen.

Ein Raspberry Pi-Gehäuse kommt selten allein

Ein Erfahrungsbericht von Henning Schroeder

Mitte Januar 2019 habe ich Im Laufe eines Projekts mit meinem Raspberry Pi (Wikipedia) 3B+ ein passendes Gehäuse gesucht, welches meinen PI mit einem 3,5 Zoll-TFT-Bildschirm aufnimmt. Da ich im Bereich der Raspberry Pis neu bin dachte ich, dass wenn ich möglichst viel selbst mache, schneller in die Materie einsteige als bei Click and Buy-Produkten von diversen Online-Märkten. Unter diesem Aspekt suchte ich in Siegen nach einem Unternehmen dass 3D-Druck durchführt. Direkt beim ersten Google-Durchlauf, stieß ich auf die Website des Fab Lab. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Fab Lab bekam ich die Info, ich solle einfach am folgenden Freitag vorbeikommen. So kam es, dass kurz nachdem ich dass Fab Lab betrat mir direkt äußerst freundlich das gesamte Fab Lab, die MitarbeiterInnen und Geräte gezeigt wurden. Das Konzept des Fab Lab war mir bisher nur aus Artikeln im Web bekannt. Dies schien mir aber für eine Stadt wie Siegen bisher noch weit entfernt. Umso mehr war ich überrascht und begeistert. Alle Anwesenden machten einen sehr netten Eindruck während sie konzentriert, aber stets hilfsbereit im Fab Lab tätig waren.

Das 3D-Modell und der Druck

Also begann ich mit der Hilfe von Fabian mit dem Slice-Programm (Wikipedia) die von mir über Thingiverse zuvor heruntergeladene Datei für den 3D Drucker, Marke „Prusa“ vorzubereiten. Nach dem Slicen exportierten wir den generierten G-Code (Wikipedia) auf eine SD-Karte, steckten diese wiederum in den 3D-Drucker und begann mit der Vorbereitung am Drucker. Diese bestand daraus dass wir die Druckplatte mit einer Alkohollösung von vorherigen Drucküberresten befreiten und dann kurz anpolierten. Danach starteten wir mit wenigen Tastendrücken den Druck. Dieser sollte laut der Anzeige länger als die Öffnungszeit des Fab Lab dauern, woraufhin mir Fabian das Angebot machte, den Druck nach Beendigung in ein Regal zu legen, aus dem ich es jederzeit abholen könne. Nach ein paar weiteren Frage-Antwort Situationen die ich brauchte um die Komplexität des Community/Open-Source Modells im Fab Lab zu verstehen, verließ ich das Fab Lab.
Druck des Raspberry Pi-Gehäuses

Fehler führen zu neuen Ideen

Natürlich nur, um drei Tage später voller Aufregung Abends das Fab Lab wieder aufzusuchen.
Ich versuchte direkt nachdem ich das Gehäuse aus dem genannten Regal geholt hatte, den PI samt Bildschirm in das Gehäuse einzusetzen. Dabei riss leider die oberste Schicht des Bildschirms. Wahrscheinlich kann man das auf die Umgebungstemperatur zu diesem Zeitpunkt zurückführen die bei 0°C wahrscheinlich nicht gerade gut für einen Bildschirm ist. Fehler in einem Projekt und Frustration führen zu neuen Ideen (zumindest bei mir).

Ein Projekt kommt selten allein

So kam es, dass ich mir ein neues Gehäuse-Projekt suchte. Dieses begann ich etwas kleiner und einfacher als das Bildschirm-Gehäuse. Erneut auf Thingiverse. Erneut Ideen aufgesaugt. Mit einer Software Namens Blender (Wikipedia) erstellte ich über viele Stunden grauenhafter Verzweiflung ein „sparsames“ Bumper-Gehäuse im Käfig-Look. Am nächsten Freitag, zum nächsten Open-Lab suchte ich das Lab wieder auf, um mich in den 3D-Druck zu stürzen. Nach ein wenig Beihilfe durch die anwesenden Lab-BesucherInnen und MitarbeiterInnen begann der Bumper-Gehäuse-Druck. Dieser funktionierte auch zu vollster Zufriedenheit und passt haargenau.

Nun bin ich mit meinen Gedanken um das nächste Projekt im Fab Lab Siegen beschäftigt.

3D-Modelle zum Nachmachen und weiterentwickeln

Die 3D-Modelle für die Pi-Cases gibt es auch zum Download:

Come_IN-Woche vom 5. – 11. Juli

Ab dem 5. Juli ist Come_IN-Woche. 7 Tage gefüllt mit Workshops rund um das Digitale. Wir bringen Menschen zusammen aus Stadt und Land, SchülerInnen, StudentInnen, Familien, Unternehmen, SeniorInnen. Frei nach dem Motto “all creatures welcome”. Zusammen mit den Come_IN-Computerclubs, dem Hasi und Chaos Siegen finden auch im Fab Lab Workshops zu digitaler Fabrikation statt.
Wir bauen 3D-Drucker, Arduino-Synthesizer, Luftdatensensoren und nur für Mädels: irgendwas mit Licht und Laser.

Kommt vorbei und erschafft Dinge!

Flyer gibts hier:
Flyer Deutsch
Flyer English
Flyer Arabic
Flyer Farsi

Ausstattung: 3D-Drucker

Bei uns im Fab Lab Siegen findet ihr aktuell zehn 3D-Drucker (ein weiterer ist in der Bestellung), die wir euch nachfolgend vorstellen wollen. Die Drucker beziehungsweise die Verfahren, mit denen diese Drucker arbeiten, lassen sich in drei Kategorien einteilen:

1. Schmelzschicht-Verfahren (Fused Deposition Modeling, kurz FDM)

Das FDM-Verfahren ist wohl eines der bekanntesten Verfahren im 3D-Druck. Bei dem Verfahren werden Theropolymene (Plastik) durch Erwärmung geschmolzen und dann Schicht für Schicht mit einer Düse auf eine Fläche aufgetragen. Durch die anschließende Abkühlung erhärtet sich das Material.

Die Drucker, die mit dem Schmelzschicht-Verfahren arbeiten, besitzen meist nur einen Extruder, so dass man lediglich einfarbig drucken kann. Druckbare Materialien sind zum Beispiel PLA (nicht rohöl-, sondern stärkebasiert, biologisch abbaubar) oder ABS (festeres Material aus dem z.B. Legosteine gefertigt werden). Mann kann aber auch mit PET oder vielfältigen Kunststoffmischungen arbeiten, bei denen man zum Beispiel PLA mit Materialien wie Holz, Metall oder Carbonfasern kombiniert.

Hier nun ein kleiner Überblick über die 3D-Drucker, die dieses Verfahren nutzen und die im Lab zu finden sind:

Ultimaker

Der Ultimaker2 Extended zählt zu den größten Druckern im Fab Lab, insbesondere was die Höhe angeht. Er arbeitet sehr zuverlässig, weswegen er uns schon auf zahlreiche Events begleitet hat. Mittlerweile haben wir per Leihgaben zeitweise auch Zugriff auf zwei kleinere Ultimaker:

Makerbot

Insgesamt stehen im Lab zwei Makerbots: ein Replicator Dual und ein Replicator 2X. Die Geräte wurden als erste 3D-Drucker angeschafft und sind auf Grund ihres Alters und langjähriger Nutzung etwas anfällig, was Störungen und Fehler betrifft. Der Replicator Dual (aus Holz) besitzt zwei Extruder und ermöglicht somit den Druck mit zwei Farben oder zwei Materialien (praktisch, wenn man z.B. ein anderes Material als Supportmaterial nutzen möchte).

Printrbot Simple

Ebenfalls einer der ersten Drucker, der für das Fab Lab angeschafft wurde, war der Printrbot. Er ist klein und unscheinbar, wird jedoch auch von vielen unterschätzt, denn er ist nicht nur sehr kompakt, sondern auch extrem solide. Gedruckt wird auf einer Aluminiumplatte (damit das PLA besser daran haftet, nutzen wir Bluetape).

Der Printrbot druckte auf dem “Tag der Technik” einen voll funktionsfähigen Rollgabelschlüssel am Stück (inkl. Mechanik).

Lulzbot

Der Lulzbot bietet eine große Grundfläche, bestehend aus einem beschichteten Glasdruckbrett. Er hat wechselbare Köpfe für verschiedene Materialien und zwei Extruder, so dass auch hier mit zwei Farben beziehungsweise mit zwei Materialien gearbeitet werden kann.

Aya

Bei Aya handelt es sich um einen Delta-3D-Drucker, der von Studierenden gebaut wurde und besonders schnell drucken kann. Mehr über Aya erfahrt ihr in unserem separaten Blogbeitrag.

2. Schmelzschicht-Verfahren mit Verbundmaterialien

Ein weiterentwickeltes Schmelzschicht-Verfahren nutzen die beiden Drucker von Markforged bei uns im Lab: der Mark One und der Mark Two. Bei dem Druck wird ebenfalls das FDM-Verfahren genutzt, jedoch werden die Kunststoffe mit Fasermaterialien kombiniert, wodurch die Gesamtmaterialeigenschaft opimiert wird und sehr stabile Drucke entstehen.

Als typisches “Grundmaterial” wird Nylon (ein Polyamid) genutzt, da es sehr flexibel und reißfest ist. Gängige Zusatzmaterialien sind zudem Fieberglas (stabil, günstig), Kevlar (abriebfest) und Carbon (fest, steif und stabil).

Beide Drucker arbeiten sehr zuverlässig und sauber, allerdings sollte man bereits Erfahrung mit 3D-Druckern haben, wenn man mit den Geräten arbeiten möchte.

3. Stereolithografie-Verfahren (SLA)

Bei dem letzten Drucker handelt es sich um einen Form Labs Form 1+, der mit einem Verfahren arbeitet, das sich Stereolithografie nennt. Das Verfahren unterscheidet sich vollständig von den eben beschrieben Druckverfahren, ermöglicht jedoch einen sehr präzisen und feinen Druck. Der Druck wird in einem flüssigen Photopolymer-Bett gebildet und mit Hilfe eines UV-Lasers gehärtet. Eine ausführliche Erläuterung des Verfahrens findet ihr hier.

Auch bei diesem Verfahren ist die Nutzung verschiedener Materialien, z.B. für das Erstellen von Gussformen optimiert, möglich. Es ist jedoch immer eine manuelle Nachbereitung notwendig, bei der zum Beispiel das Supportmaterial entfernt werden muss.
Auf dem rechten Bild seht ihr einen fertigen Druck (ohne Nachbereitung, die feinen Stützstrukturen, die das gedruckte Objekt halten, müssen von Hand entfernt werden):

Aya – ein selbstgebauter 3D-Drucker

Aya – das ist ein 3D-Drucker, den Studierende des Masters Human-Computer-Interaction im Wintersemester 2015/2016 im Rahmen des Seminars „3D-Druck“ hergestellt haben.

Zu Beginn des Seminares wurden die Studierenden zunächst mit den Grundlagen der digitalen Fabrikation vertraut gemacht: Welche Fertigungsverfahren gibt es, welche Materialien können für den Druck genutzt werden, was sind mögliche Anwendungspotenziale? Zudem erfuhren sie mehr über die einzelnen Schritte des 3D-Drucks: von der Modellierung, über das Slicing (die “Übersetzung” eines 3D-Modells in Instruktionen für den Drucker), bis hin zum Druck an sich. Für die anschließende Projektarbeit beschlossen vier Studierende, sich dem Bau eines eigenen 3D-Druckers zu widmen.

Als Basis diente den Projektbeteiligten ein Bausatz, der die meisten Teile, die zum Bau benötigt wurden, bereits enthielt. Alle Baupläne sowie die Steuerungssoftware sind open source verfügbar und so bauten die Studierenden den Drucker zunächst nach Vorlage des Vertreibers. Schnell stellten sie jedoch fest, dass nicht alles einwandfrei funktionierte. Deshalb entschieden sie sich dafür, einige Gehäuseteile mit einem anderen 3D-Drucker im Fab Lab selbst zu drucken und führten weitere Änderungen durch, die die Druckqualität verbessern sollten, wie zum Beispiel die Anpassung des Halters für das Verbrauchsmaterial. Anschließend folge eine längere Kalibrierungsphase, denn die automatischen Unterstützungssysteme, die der Drucker hierfür eigentlich besitzt, funktionierten leider nicht ganz so gut wie gedacht.

Ein ganzes Semester arbeitet die Studierenden an dem Drucker, den sie Aya (nach einer japanischen Filmfigur) nannten. Aya ist ein Delta Robot 3D-Drucker, dessen Besonderheit in der Bauform liegt: Das dreigliedrigen Achsensystem, das sich von konventionellen Druckern mit linearen Achsensystem unterscheidet, ermöglicht einen schnellen, präzisen Druck. Neben kleineren Testdrucken wurden bereits die ersten größeren Drucke wie eine Eule oder eine Vase angefertigt. Erste Testläufe deuten daraufhin, dass Aya mit einer sagenhaften Geschwindigkeit von bis zu 300-350 mm/Sekunde drucken kann.

Auch wenn das Studienprojekt inzwischen abgeschlossen ist, wollen die Studierenden weiter an der Optimierung des 3D-Druckers arbeiten. Angedacht ist hier zum Beispiel der Verbau der Steuerelektronik oder die Stabilisierung des Grundgerüstes, um Aya transportabler zu machen. Zudem ist geplant Aya mit anderen Materialien wie zum Beispiel ABS – das ist der Kunststoff, aus dem zum Beispiel Legosteine bestehen – zu testen, denn bis jetzt wurde lediglich PLA, ein umweltfreundlicher Kunststoff, der auf (Mais-)Stärke basiert, als Material genutzt.

Die Studierenden selbst haben im Rahmen des Seminars und durch den Bau von Aya viel über 3D-Druck gelernt. Am Tag der Technik wurde der Drucker bereits das erste Mal vor einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und benutzt.

Aya in voller Größe:

Yallah – You all are hackers

Bei „YALLAH- You all are hackers“ handelt es sich um ein internationales Austausch- und Kooperationsprojekt zwischen der Universität Siegen und der Birzeit University im Westjordanland in Palästina. Das Projekt wird durch das DAAD-Programm „Hochschuldialog mit der islamischen Welt“ gefördert und erstmals in 2016 durchgeführt. In zwei Austauschphasen von jeweils vier Wochen besuchen zehn Studierende der einen Universität das jeweils andere Land. Neben dem Kennenlernen von Region, Kultur und Menschen geht es auch darum, gemeinsam an Projekten zu arbeiten, bei denen lokale Problematiken im Vordergrund stehen. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von kreativen und nachhaltigen Lösungsansätzen, bei deren Umsetzung die Studierenden sich auch digitalen Fabrikationsmethoden bedienen, was z.B. im Fab Lab Siegen oder in und um (Hack-/Maker-/*-)Spaces in Palästina geschieht.

yallah_gruppenarbeit

Im Rahmen der ersten Austauschphase reisten zehn Studierende und zwei Mitarbeitende der Universität Siegen in diesem April gespannt und voller Erwartungen ins Westjordanland. Nach einer ersten Orientierungsphase mit vielen neuen Eindrücken entwickelten alle Studierenden beider Unis zusammen im Brainstorming die Projektgruppen, die sich den verschiedenen Problemen und möglichen Lösungen widmeten.

Eine Projektgruppe beschäftigte sich zum Beispiel mit dem Computerclub im Flüchtlingscamp „Al-Amari“, der einerseits den interkulturellen Austausch zwischen Palästinensern und Flüchtlingen vor Ort fördern soll, andererseits eine kollaborative und spielerische Ergänzung zu den begrenzten Bildungsangeboten in Flüchtlingscamps bietet. Der Club wurde bereits im Jahr 2013 im Rahmen von Forschungsarbeiten für das Projekt come_in aufgebaut. Die Studierenden kümmerten sich zunächst darum, die Infrastruktur vor Ort instand zu setzen und mit den vorhandenen Mitteln neue Workshop-Ideen zu entwickeln. Im Anschluss wurden mehrere Workshops mit Kindern durchgeführt, in denen diesen einfache Grundlagen der Elektrotechnik vermittelt wurden, so dass sie direkt selbst erste eigene Schaltkreise aufbauen konnten. Auch nach der ersten Austauschphase werden die Workshops vor Ort immer noch weitergeführt.

Eine weitere Projektgruppe, die sich dem im Mittleren Osten (wie in so vielen Teilen der Welt) häufig zu findenden (Plastik-)Müllproblem widmete, entwickelte unter anderem erste Prototypen von essbarem Besteck aus Teig und führte eine Studie zum Plastiktüten-Verbrauch in Supermärkten durch. Ein anderes Projektteam baute unter dem Titel „Urban Gardening“ einen kleinen Garten im Flüchtlingscamp auf, für den unter anderem auch Plastikflaschen als Gießkannen und Pflanzgefäße recycelt wurden. Die einzelnen Gruppen bedienten sich in ihren Projekten immer wieder an Prinzipien der Hacker- und Makerkultur.

Doch auch außerhalb der Projekte gab es weitere Berührungspunkte mit der Hacker- und Makerkultur sowie mit digitalen Fabrikationsmöglichkeiten vor Ort. So nahmen die Studierenden an einem Arduino-Workshop im ersten palästinensischen Hackspace Vecbox teil. Außerdem veranstalteten Studierende und MitarbeiterInnen aus Siegen, die zur Zeit auch aktiv am Aufbau unseres Fab Labs beteiligt sind, mehrere 3D-Druck-Workshops an der Universität, bei dem nicht nur Grundlagen des 3D-Drucks vermittelt wurden, sondern die Teilnehmenden gemeinsam eigene erste 3D-Modelle gestalteten und druckten. Als Voraussetzung zur Durchführung des Workshops wurde auch der verfügbare 3D-Drucker gemeinschaftlich gewartet und instand gesetzt. In diesem Zuge konnten die Hochschulpartner der Uni Siegen einen Professor vor Ort auch beim Kauf eines neuen 3D-Druckers beraten.

In den vier Wochen vor Ort haben die Studierenden viel erlebt. Einen bleibenden Eindruck hinterließen insbesondere die starken Gegensätze zwischen Innovation und Tradition, die vor Ort gelebt werden. So pflügte zum Beispiel ein Pferd ein Feld direkt neben dem Hackspace, in dem innovative Technologien wie 3D-Drucker genutzt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Trend zu Innovationen über eine community-orientierte Hacker- und Makerkultur – wie an vielen Orten der Welt – auch in Palästina erkennbar ist. Die Entwicklung, Ausarbeitung und Verbreitung dieser Trends, die letztlich auch viel mit Selbstbestimmung zu tun haben, wird jedoch immer wieder vor große Herausforderungen gestellt. Yallah ist ein Puzzleteil von vielen in der Etablierung globaler Kooperationen auf Augenhöhe, in denen Kreativität, Selbstbestimmung und das Nutzen (digitaler und verteilter) Fabrikationsmethoden wichtige Rollen spielen. Im August beginnt die zweite Austauschphase, die in Deutschland stattfindet und während der die Studierenden ihre Lösungsansätze auch bei uns im Fab Lab weiterentwickeln wollen. Ausführliche Berichte über die Erfahrungen während des bisherigen Austausches könnt ihr im Blog des Projektes nachlesen.

Fab Lab @Tag der Technik 2016

Am vergangenen Samstag fand in Siegen der siebte Tag der Technik statt. Unter dem Motto „ich erlebe Technik“ konnten die BesucherInnen an den Ständen die vielseitigen Formen und Möglichkeiten von Technik nicht nur bewundern, sondern gleich auch selbst ausprobieren. Das Gelände hinter dem Bahnhof neben dem Lokschuppen bot eine Erlebniswelt, in der Tradition und Zukunft zusammentrafen. Die Veranstaltung wurde vom „Regionalen Netzwerk Technik” organisiert, einem Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern und verschiedenen regionalen Organisationen. Neben Unternehmen aus der Region, der Feuerwehr und dem THW, hatte auch die Universität Siegen einen Stand, an dem wir vom Fab Lab zusammen mit dem Hackspace Siegen vertreten waren.

3D-Drucker

Im Gepäck hatten wir gleich drei 3D-Drucker – den Ultimaker, den Printrbot und Aya – einen selbstgebauten 3D-Drucker von Studierenden des Masters Human-Computer-Interaction. Neben mitgebrachtem Anschauungsmaterial, das zeigte, welche komplexen Modelle mit 3D-Druckern möglich sind, druckten wir auch kleinere Sachen live vor Ort, zum Beispiel Schlüsselanhänger in Form des Uni-Logos oder auch einen völlig funktionstüchtigen Rollgabelschlüssel. Zu unserer Freude war die Neugier und das Interesse der BesucherInnen groß, kannten die meisten 3D-Druck doch höchstens aus dem Fernsehen.

3D-Modell

Natürlich gab es auch an unserem Stand die Möglichkeit, Technik live zu erleben: Kinder und Jugendliche konnten ihr erstes eigenes 3D-Modell gestalten, direkt vor Ort drucken lassen und als Andenken mit nach Hause nehmen. Viele arbeiteten dabei in Teams und entwickelten mit viel Eifer und Mühe ganz unterschiedliche Modelle. Gespannt warteten sie im Anschluss vor dem 3D-Drucker und schauten ihren Modellen bei der Entstehung zu.

cytrill

Außerdem gab es die Möglichkeit den vom Hackspace Siegen entwickelten Spielecontroller Cytrill auszuprobieren, der die gleichzeitige Teilnahme von bis zu 32 Mitspielern an einem Spiel ermöglicht. Die Griffschalen der Controller wurden übrigens bei uns im Fab Lab gedruckt. Interessierte von klein bis groß konnten sich einen der zahlreichen Controller schnappen und eines der speziell für diesen entwickelten Spiele testen, wie eine Version von dem Spiel „Achtung die Kurve“ oder ein Autorennen.

Unser Fazit: ein spannender Tag mit interessanten Gesprächen und Erfahrungen, der uns viel Spaß bereitet hat. Im nächsten Jahr sind wir gerne wieder dabei. 🙂

Fab Lab @Maker Faire Ruhr

Mit der Maker Faire Ruhr in der DASA am 12. – 13. März 2016 erlebten tausende BesucherInnen ein Wochenende mit interessanten Inspirationen, außergewöhnlichen Erfindungen, Kreativität und vor allem ganz viel Spaß. Auch wir vom Fab Lab waren dabei und konnten bei unseren Workshops zum Thema „Das kleine Einmaleins des 3D-Drucks“ zahlreiche interessierte BesucherInnen von klein bis groß begrüßen.

Mit der Veranschaulichung einiger gut verständlicher Grundlagen konnten wir alle Teilnehmenden schnell davon überzeugen, dass 3D-Druck gar nicht so kompliziert ist, wie es womöglich auf den ersten Blick scheint. Während des Workshops gab es gleich auch die Möglichkeit, das neue Wissen in der Praxis anzuwenden, ein erstes 3D-Modell individuell zu gestalten und sich dabei gegenseitig zu unterstützen. Hierzu nutzten wir das browserbasierte 3D-CAD-Programm Tinkercad, das auch für Neulinge leicht verständlich und einfach bedienbar ist. Die entworfenen Modelle druckten wir gleich vor Ort, so dass die Teilnehmenden den Druck und die Entstehung verfolgen und ihr Modell am Ende des Tages als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und so entstanden interessante Objekte.

Workshop Maker Faire Ruhr

Die Maker Faire Ruhr zeigte noch einmal mehr, wie groß die “Faszination für das Selbstgemachte”, die Maker-Kultur und ihre Techniken ist. Neben der Maker Faire Ruhr waren wir bereits in den letzten Jahren auf weiteren Veranstaltungen dieser Art wie der Maker Faire Hannover oder der Mini Maker Faire Dortmund. Immer wieder freuen wir uns sehr über das Interesse, das dem Thema 3D-Druck und der gemeinsamen Arbeit an Projekten bei solchen Veranstaltungen entgegengebracht wird und sind immer wieder beeindruckt von den Ideen und der Kreativität unserer Workshop-TeilnehmerInnen.

Weitere Einblicke zur Maker Faire Ruhr erhaltet ihr im Artikel des Deutschlandradios Kultur.

Als nächste Veranstaltungen ist der Tag der Technik am 18. Juni im Lokschuppen in Siegen geplant. Am Stand der Uni Siegen werden wir einen 3D-Drucker aufbauen und auch hier wird es für alle Interessierten die Möglichkeit geben, Einblicke in die Technik des 3D-Druck zu erhalten.