re:publica & Global Innovation Gathering

Vom 2. – 4. Mai feierte die re:publica als eines von Europas wichtigsten Events zu Internet, Technik und Gesellschaft in Berlin ihr 10-Jähriges Jubiläum mit über 8000 Teilnehmern und 770 internationalen Speakern aus 60 Ländern. Es gab ein vielfältiges Programm bestehend aus Sessions, Keynotes und Workshops zu verschiedenen Themenfeldern wie z.B. Digitale Teilhabe, Datenschutz, Migration, Kunst, Hacking oder Politik.

Auch wir waren, wie schon in den letzten Jahren, im Rahmen des Global Innovation Gathering (GIG) dabei. GIG ist nicht nur ein langjähriger Teil der re:publica, sondern gleichzeitig auch eine eigenständige, globale Community, mit der wir zusammenarbeiten und so gerade die globalen Aspekte von digitaler Fabrikation, Maker-Kultur adressieren können. Neben Vorträgen und Diskussionen über die Hacker- und Makerkultur weltweit, politischen Veranstaltungen und Arbeitsgruppen wurden zahlreiche Workshops am GIG Makerspace im Herzen der re:publica (in Kooperation mit Autodesk, Bürklin, FabLab Berlin und Arduino) veranstaltet. Besonders freut uns auch, dass die KollegInnen des Siegener Forschungsprojektes come_IN dieses Jahr auch Teil von GIG waren und mit Elektronik und Papier Kindern wie Erwachsenen leuchtende Augen bereiten und gemeinsames Verständnis schaffen konnten!

Auch wir boten im Rahmen des GIG Makerspace natürlich einen Workshop an, bei dem die TeilnehmerInnen in die Welten des 3D-Drucks eingeführt wurden und ihr erstes eigenes Modell mit Hilfe von Tinkercad gestalten und direkt vor Ort herstellen konnten. In Teams ließen die Beteiligten ihrer Kreativität freien Lauf und gestalteten zum Beispiel Legosteine, ein Flugzeug oder Tiere. Die Entwürfe wurden im Anschluss an den Workshop live vor Ort am Makerspace gedruckt, so dass die Teilnehmenden ihre Werke abends mit nach Hause nehmen konnten, aber auch alle andere BesucherInnen der re:publica einen Einblick in die Kunst des 3D-Druckes erhielten.

Im Anschluss an die re:publica waren wir, wie auch in den letzten Jahren, Teil der GIG-Phase, in der in vier sehr intensiven Arbeitstagen Erkenntnisse, Methoden, Werkzeuge und Wissen zwischen Lab-ManagerInnen aus der ganzen Welt diskutiert und geteilt wurden, neue Projekt- und Forschungsvorhaben geplant, bestehende GIG-Projekte wie z.B. Hub-in-a-Box besprochen und nicht zuletzt auch die weitere Organisation von GIG als Netzwerk, als Event auf der re:publica und an zahlreichen anderen Orten der Welt Thema war. Außerdem wie immer auf GIG-Treffen: One million hugs guaranteed!

Update: Einige der Themen, die diskutiert wurden, hat GIG’erin Anna Waldman-Brown in einem ausgezeichneten Artikel auf Medium veröffentlicht.

(Titelbild: GIG Hakim George – mehr Fotos auf dem GIG-Flickr-Profil.)

Unterstützung für Flüchtlinge!

Seit letztem Sonntag haben wir knapp 150 Flüchtlinge in der Turnhalle unserer Universität zu Gast, die nun die Rolle einer Notunterkunft übernimmt. Die Pressestelle der Uni hat das hier ausführlich erklärt und täglich kommen neue News dazu. Wie man sich denken kann, ist die Lage etwas hektisch, aber Uni-Verwaltung, DRK, AStA sowie zahlreiche andere Organisationen und Freiwillige leisten momentan beeindruckendes!

Wie können wir helfen?

Als eher auf Technik fokussierte Initiativen haben sich Hackspace, das Fab Lab Siegen sowie Freifunk Siegerland koordiniert und überlegt, wie wir auf Basis unserer eher technik-fokussierten Kompetenzen und Ausstattung helfen können. Die Diskussion darüber findet ihr unter folgendem Link (jeder kann das Dokument editieren, diskutiert also gerne mit!):

http://fablab-siegen.de/pad/p/refugees (update: da es das pad nicht mehr gibt wurde der Link entfernt)

Die ersten Erfolge

Freifunk war ganz klar der großartige Vorreiter der Techies – seit heute ca. 12 Uhr gibt es dank dem Engagement von Freifunk also freies und kostenloses Internet/WLAN für die Flüchtlinge. Ganz großen Respekt hierfür an alle Beteiligten! Für die Flüchtlinge ist es von zentraler Bedeutung, Kontakt zu Familienangehörigen aufnehmen zu können und/oder sich in den Medien informieren zu können.

Weiter geht’s…

In Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen Wulf, Pipek und Müller, die eine ganze Ladung Tablets und anderer Hardware gestellt haben, sitzen wir nun gerade daran, auf Freifunks Steilvorlage aufzubauen und eine Art Internetcafé zu organisieren: Für die Flüchtlinge, die keine internetfähigen Endgeräte haben, wollen wir zumindest an 1-2 Stunden pro Tag Zugriff zu entsprechenden Geräten ermöglichen. Im Moment sieht es bei uns also so aus wie ihr auf dem Foto über diesem Artikel lesen könnt…

Um die 20 Tablets haben wir im Moment. Hardwareseitig sieht es also gut aus, nur ein paar USB-Ladegeräte (Micro-USB) könnten wir noch gebrauchen. Parallel zur Hardware setzen wir gerade ein Spreadsheet auf, in dem sich Freiwillige eintragen können und arbeiten noch ein paar andere Details aus. Im Laufe des Tages oder spätestens morgen folgt also noch ein entsprechendes Update mit aktuellen Informationen! Hierfür müssen wir uns erst einmal mit der Einsatzleitung koordinieren.

Mini Maker Faire Dortmund

Die Mini Maker Faire Dortmund war – wie alle Maker Faires – eine tolle Veranstaltung. Es gab von Steampunk-Equipment bis zu DIY-Aquaponik wieder viel zu bestaunen und auszuprobieren. Besonders schön war, dass diese Mini Maker Faire in die Wissensnacht Ruhr, eine das ganze Ruhrgebiet umspannende Veranstaltung, eingebunden war und damit werbe-technisch auch viele Leute erreicht hat, die sonst vielleicht nichts von der Maker Faire gehört hätten.

3D-Drucker auf Tour

Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, auch dabei zu sein! Dominik hat einen Vortrag über ein Forschungsprojekt gehalten und Oli einen über Fab Labs und digitale Fabrikation (Folien zum Download hier unter “Talks”).

Viel wichtiger noch: Diesmal hatten wir einen Stand, auf dem wir 3D-Druck Workshops für Einsteiger angeboten haben. Hierfür hatten wir zwei 3D-Drucker, eine ganze Menge Notebooks sowie ein paar Demo-Objekte im Gepäck. Unseren TeilnehmerInnen haben wir auf den Workshops dann zum Einstieg ein paar Basics des 3D-Drucks erklärt und Fragen beantwortet, sowie natürlich einen Druck vorgeführt. Anschließend ging’s ans Eingemachte und sie durften per TinkerCAD ganz eigene 3D-Modelle erstellen, die wir dann direkt vor Ort gedruckt haben. Wie immer bei solchen Aktionen haben die TeilnehmerInnen schnell bemerkt, dass das alles gar nicht so kompliziert und abschrecken ist, wie es vielleicht im ersten Moment klingt und es sind einige tolle und ganz individuelle Modelle dabei herausgekommen (einige davon seht ihr in den Fotos).

Uns und den TeilnehmerInnen hat es großen Spaß gemacht. Trotz diverser technischer Probleme, insbesondere mit dem WLAN, haben wir alles gut über die Bühne gebracht und – so hoffen wir – einige Leute für Fab Labs, 3D-Druck und digitale Fabrikation im Allgemeinen begeistert.


Maker Faire Hannover

Maker Faires sind in den letzten Jahren immer populärer gewordene Veranstaltungen der Maker / Fab Lab / Do-It-Yourself-Szene. Auf den meist ein- bis zweitätigen, bunten Events finden sich Maker aus der ganzen Welt zusammen, zeigen ihre Projekte, halten Vorträge, verkaufen vom Microcontroller bis hin zur Elektronenröhre alle möglichen und unmöglichen Dinge und tauschen sich aus.

Wie auch im letzen Jahr hat die c’t Hacks die größte Maker Faire in Deutschland organisiert, die vom 05.-06.07. in Hannover stattgefunden hat. Die gebotene Bandbreite war – ganz wie es sich für ein Event von und für Kreative gehört – riesig: Vom hydraulischen (und feuerspeienden!) Metall-Drachen über Quadrocopter, Arduino-Projekte bis hin zu Fab-Lab-Vorstellungen, Vorträgen und Steampunk war alles vertreten. Auch das Fab Lab Siegen war vor Ort und Dominik und Oliver haben einen Vortrag über ihren Maker-Trip nach Palästina gehalten. Schön war’s und für alle, die nicht nach Hannover kommen konnten, wird der Vortrag kommenden Donnerstag den 17.07. um 20:30 im Hackspace Siegen noch einmal gehalten werden.

Vielen Dank an die Redaktion von c’t Hacks für die tolle Organisation der Maker Faire und die Gelegenheit, unsere Arbeit vorzustellen! Wer mehr über die Maker Faire lesen und sehen möchte, der findet hier viele Fotos, Videos und Interviews!

Maker’s Paradise – Werkzeug von Wiha!

Das erste große Paket unserer freundlichen Unterstützer der Firma Wiha ist angekommen! Wir haben eine dicke Lieferung an wirklich hervorragendem Profi-Werkzeug bekommen – Schraubendreher, Zangen, Hammer, alles was das Maker-Herz höher schlagen lässt. Wiha glaubt an die Wichtigkeit innovativer, kreativer Fab Labs und unterstützt uns daher kostenlos mit Werkzeug. Und das beste: Das war nur die erste Ladung, bald kommt noch mehr!

Wiha

Die Firma Wiha ist einer der weltweit führenden Hersteller von Handwerkzeugen für den professionellen Einsatz in Industrie und Handwerk mit Sitz in Schonach / Schwarzwald. Seit nunmehr 70 Jahren steht der Name Wiha für innovative Werkzeuge von höchster Qualität in den Bereichen Schraubendreher, Drehmomentwerkzeuge, Stiftschlüssel, Bits, Schonhämmer, Zangen, Messwerkzeuge und Gelenkschläuche. Zahlreiche Auszeichnungen belegen den Führungsanspruch in Funktion und Design.

Siegener Maker in Palästina

Zwei der Mitglieder des Fab Lab Siegen sind derzeit in Palästina mit unserem kleinen Printrbot 3d-Drucker unterwegs. Über ihre ersten allgemeinen Erfahrungen im Nahen Osten berichten sie auf der Website ihres Master-Studienganges “Human Computer Interaction Siegen” in drei ausführlichen Blog-Posts:

First Impressions

3D Printing, Religion, Refugee Camps

More 3D printing and traveling the West Bank

Zeitungsbericht

Into the Wild @re:publica14

Wir lassen es uns natürlich nicht entgehen, auf der re:publica, der größten deutschen Konferenz / Happening / Party / Ding zum Thema Web, Technik und mittlerweile auch zunehmend Making vor Ort zu sein. Wir selbst sind (noch) nicht mit eigenen Beiträgen am Start, sondern möchten in diesem Jahr erst einmal mit anderen Makern aus verschiedenen Kulturkreisen sowie Entrepreneurs, Investoren und den Tausend anderen Menschen, die so an Fab Labs beteiligt sind, in Kontakt treten.

Ein paar der Dinge, über die wir uns in Gesprächen und auf Workshops Gedanken gemacht haben:

  • Erfahrungswerte (Zeitbedarf, Maschinen-Erfahrungen, etc.)
    Sammeln von Impulsen und Erfahrungen hinsichtlich Geschäfts- und Finanzierungsmodellen für Fab Labs
  • Welche Ideen und Erfahrungen für nachhaltige Industrie-Kooperation, die aber nicht das Grassroots-Selbstverständnis der Maker-Bewegung negativ beeinflusst, gibt es?
  • Wie gestalten sich Maker-Kulturen und -Interventionen in anderen Kulturkreisen (auf der re:publica ist weltweites Publikum unterwegs)
    Wie sind Maker in gesellschaftliche Umbruch-Prozesse in anderen Kulturen eingebunden?

Es ergaben sich verdammt viele interessante Gespräche und Gelegenheiten – unten ist z.B. ein DIY-Lasercutter namens Risha zu sehen, der uns in seinen Bann gezogen hat – daraus wird sicher mehr werden! 🙂