Das Beckenbodensaugroboterrad

Wer schon mal im Freibad war, weiß, wie wichtig die gründliche Reinigung von Schwimmbecken ist. Früher schickte man da vielleicht Leute noch mit einem Lappen runter, heute machen sowas Beckenbodensauger, kleine wasserdichte Roboter aus Plastik und Elektronik, die sich nach Ladenschluss unermüdlich am Boden hin und her bewegen. Genau so einen hat das Freibad in Kaan-Marienborn und an dem war eins der Räder gebrochen.

Labmanager Marios, Frau Königsberg und Herr Wagner von der Stadt Siegen, Bürgermeister Steffen Mues, Betriebsleiter Dirk Räwel und Jonas vom Fab Lab, der das Rad gebaut hat. Foto:Stadt Siegen

Uns erreichte also eine Anfrage der städtischen Sport- und Bäderabteilung, ob wir da nicht was drucken könnten. Der ursprüngliche Hersteller war nicht mehr greifbar und ein neues Gerät hätte das coronabedingt ohnehin knappe Budget vermutlich gesprengt. Jonas und Marios haben sich also darum gekümmert, das alte Rad zunächst digital nachzubauen und dann in beständigem ABS auszudrucken. Der Bürgermeister war auch da und hat sich davon überzeugt, dass alles funktioniert – die Einsatzmöglichkeiten des Fab Lab Siegen kommen gut an. Ersatzräder sind nun also kein Problem mehr und der Roboter blickt so zuversichtlich nach vorn, er hat sogar einen Nebenjob im Hallenbad am Löhrtor angenommen!

Presseecho

10.07.2020 – wirSiegen
Freibäder: Ersatzrad für Poolreiniger kommt aus dem 3D-Drucker

13.07.2020 – Westfälische Rundschau
Siegen: Rad für Freibad-Pool-Sauger aus dem 3-D-Drucker

Corona-Update – Danke für eure Hilfe – Lab weiterhin geschlossen

Liebe Community,


wie ihr wisst, hatten wir in den letzten Wochen wegen der Covid-Pandemie geschlossen. Das bleibt leider auch weiterhin erstmal so. Wir können euch leider noch nicht sagen, wann wir den normalen Betrieb wieder aufnehmen. Das bedeutet, Open Lab und Sicherheitseinweisungen werden weiterhin nicht stattfinden können, das tut uns sehr leid. Wir vermissen euch auch!

Wie ihr aber sicher auch mitbekommen habt, waren wir in den letzten Wochen alles andere als untätig!

Unsere Idee der Ersthilfe mit Gesichtsvisieren hat anscheinend gut funktioniert. Alle, die wir damit ausstatten konnten, waren begeistert. Und langsam aber stetig kann der Bedarf an Gesichtsvisieren und Schutzausrüstung nun durch verschiedene Anbieter gedeckt werden. Das Hochfahren einer solchen industriellen Produktion dauert natürlich etwas und genau da konnten wir unsere Stärke als Fabrikationslabor mit 3D-Druckern und einem Laser-Cutter ausspielen.

Nur einige der produzierten Visiere

Ein Stapel eingepackter Folien, daneben die bereits montierten Visiere.

Das haben wir alles nicht alleine geschafft. Wir haben von vielen Seiten Sach- und Geldspenden erhalten, um die Visierproduktion überhaupt durchführen und am Laufen halten zu können. Auch für kommende Situationen in Sachen Corona bleiben wir so flexibel, um helfen zu können.
Es wurden zum Beispiel Produktionsmaterialien wie Folien und Filament gespendet.

Als Knotenpunkt in Siegen konnten wir viel bewegen und agierten auch über die Grenzen der Region hinaus, wie mit dem Landkreis Altenkirchen.

Besonderen Dank möchten wir mit der namentlichen Nennung unserer Spenderinnnen und Spender ausdrücken:

Zudem ist die Unterstützung auf Seiten der Universität sehr stark. Wir danken allen Universitätseinrichtungen und Gremien, die uns stets hilfreich zur Seite stehen!

fablab-siegen.de in neuem Glanz

Wir haben in den letzten Wochen nicht nur mit Gesichtsvisieren aus dem Lab gegen die Covid-19-Pandemie gekämpft, sondern parallel auch eine neue Website für euch und das Lab gebastelt. Ihr badet gerade eure Hände darin! Viel Spaß beim Klicken/Touchen und gebt gerne Feedback über die bekannten Kanäle bzw. an .

Für die Ungeduldigen: Ganz am Ende dieses Beitrags findet ihr eine Übersicht, was neu ist und was noch kommt. Für die anderen folgt eine kurze Geschichte darüber, was wir uns dabei gedacht haben und was alles zu so einem Website-Neustart (neudeutsch: Relaunch) gehört.

Es folgt eine Beschreibung unseres “Entwicklungsprozesses”. Viel wurde nicht programmiert, aber zusammengesteckt. Und das will auch getan werden!

Der Entwicklungsprozess

Erstmal hatten wir vor ein paar Wochen einen Workshop, um herauszufinden in welche Richtung die neue Website zeigen soll. Was wir alles auf der neuen Website haben wollen und wen wir wie damit erreichen wollen. Dazu haben wir uns folgende Fragen gestellt:

  • Welche Informationen wollen wir auf der Website haben?
  • Wen möchten wir erreichen?
  • Wie könnte die Website aussehen?
  • Wie wollen wir die Informationen ablegen?
Eingedampfte Workshop-Mindmap

Herausgekommen ist eine Website auf Basis der Blogsoftware WordPress. Das schien uns vom Funktionsumfang und von der Erweiterbarkeit mit Plugins am Sinnvollsten. Die Bedienung von WordPress war für einige im Team auch kein neues Terrain und wir hatten ungefähr eine Idee, was wir mit WordPress alles erreichen können. Unsere Anforderungen waren erfüllt:

  • Abgehangene Software, die regelmäßig mit Updates versorgt wird, damit auch alles möglichst sicher ist
  • Automatisiertes Anzeigen von Veranstaltungen im Lab
  • Bildergalerien, um das Lab auch virtuell präsentieren zu können
  • Automatisiertes Anzeigen von Forschungsergebnissen (Eine Liste von Veröffentlichungen, die im Rahmen des Labs entstanden sind)
  • Einfache Kontaktaufnahme
  • Einfaches Bearbeiten der Inhalte durch das Lab-Team
  • Schreiben von Beiträgen, zum Beispiel Projektberichten durch die Community
  • Die soziale Komponente: Besucher sollen Beiträge kommentieren können und einfach mit uns in Kontakt treten können
  • Mehrsprachigkeit
  • Datenschutzkonformität

Teamkoordination in diesen Zeiten

Erstmal haben wir dann damit begonnen ein Team zu formen, das die Website Stück um Stück aufbaut. Wir haben bestehende Inhalte auf die neue Website übertragen, eine Menüstruktur angelegt und die Startseite gestaltet.

Kanban

Organisiert haben wir uns in einem Kanban-Board (davon gibt es zuhauf Online-Lösungen, nehmt das, was euch am Besten taugt). Wir haben uns, als es in die heiße Phase ging, coronabedingt täglich Online audiovisuell getroffen und uns über die aktuellen Aufgaben ausgetauscht. Ab und an kam auch mal ein geteilter Bildschirm zum Einsatz. Es hat sich gezeigt, dass es eine gute Idee ist das Kanbanboard mittels geteiltem Bildschirm für alle sichtbar zu machen, damit auch alle wissen, welche Aufgaben-Karte bzw. Ticket gerade diskutiert wird. In den Karten wurden die aktuellen Entwicklungen innerhalb einer Aufgabe dokumentiert und Bilder oder Dokumente abgelegt. So enstand auch gleichzeitig eine Dokumentation der Entwicklung.

Das 80/20-20/80-Syndrom

Wie zu erwarten war schlug auch bei uns die 80/20-Regel zu, die der ein oder anderen sicher ein Begriff ist. 80 Prozent der Arbeit ist in 20 Prozent der Zeit erledigt. Die letzten 20 Prozent brauchen dann 80 Prozent der Zeit. Wenn du glaubst, du hast es, dann geht es erst richtig los.

Die Inhalte waren relativ schnell übertragen. Dann ging es aber daran Plugins für die Kalenderintegration, die Bildergalerien und die Datenschutzkonformität zu finden und Inhalte auf Aktualität zu überprüfen und zu erweitern. Und alles muss auch irgendwie zusammengesteckt werden, so dass der Seitenaufbau für Besucherinnen und Besucher Sinn ergibt und sich Informationen einfach finden lassen. Wo schreibt man überall die Öffnungszeiten hin, damit sie auch jeder findet?

“Aber die stehen doch schon im Menü unter Öffnungszeiten?!”

Ja, aber…. das reicht manchmal nicht. Wir haben uns Mühe gegeben, die Informationen also so zu sortieren, wie es uns sinnvoll erschien. Ein paar Nutzerinnentests haben wir nun auch schon hinter uns, ein bisschen sind wir jedoch auch auf eure Hilfe angewiesen. Schreibt uns, sprecht uns an, sagt, wenn ihr was nicht findet, oder euch stört. Das hilft enorm! ->

Die jetztige Version bietet zumindest augenscheinlich wenig Neues. Man könnte also auch sagen: alter Wein in neuen Schläuchen.

Mit Soße und scharf (das ist neu!)

Aber halt, wir haben auch Neues!

  1. Wir haben nun eine Übersicht der Veranstaltungen im Lab (wird noch schicker)
  2. Studierende können sich einen Überblick verschaffen, welche Lehrveranstaltungen wir anbieten
  3. Wir haben einen eigenen Bereich für Pressevertreter (wird noch ausgebaut)
  4. Es gibt eine bessere Übersicht über aktuelle und vergangene Forschungsprojekte im Lab (zu den wissenschaftlichen Veröffentlichungen hier lang)
  5. Der Bereich Arbeitssicherheit wurde überarbeitet
  6. Es gibt eine Übersicht über die Maschinen und Technologien, dir wir als Lab anbieten können
  7. Ein abonnierbarer Kalender

Und was bringt die Zukunft?

Wir haben uns noch ein paar Funktionen vorgenommen, die in den nächsten Wochen folgen werden:

  1. Eine englischsprachige Version der Seite – wir haben nämlich immer mehr internationale Gäste und Kooperationspartner, die darauf angewiesen sind
  2. Möglichkeit der Community selbst Beiträge zu schreiben
  3. Schönere Darstellung der Termine/Veranstaltungen
  4. Ein Pressekit für MedienvertreterInnen
  5. Eine Übersicht absolvierter Abschlussarbeiten von Studierenden

Und viele Kleinigkeiten stehen auch noch auf unserer Agenda. Stay tuned und viel Spaß!

Virtuelles Plenum am Freitag, 8. Mai um 18 Uhr

Liebe Community,
wir würden uns gerne am Freitag, den 8. Mai um 18 Uhr gemeinsam mit euch virtuell treffen. Quasi ein virtuelles Plenum. Wir können über alles rund ums Lab reden, wie wir alle uns die Zeit in dieser Zeit vertreiben und ob ihr zum Beispiel neue spannende Projekte habt.

Wir treffen uns virtuell in einer “BigBlueButton”-Videokonferenz. Ihr braucht für die Teilnahme nur einen Webbrowser, zum Beispiel Chromium oder Firefox und ein Mikrofon, wenn ihr möchtet, dann auch eine Kamera. Den Raum findet ihr hier: https://bbb.wineme.wiwi.uni-siegen.de/b/dav-ywe-p2z. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Facts

Wann: Freitag, 8. Mai ab 18 Uhr. Open End.
Wo: Virtuell, BigBlueButton: https://bbb.wineme.wiwi.uni-siegen.de/b/dav-ywe-p2z
Was brauche ich: Webbrowser, Mikrofon, evtl. Kamera

Gesichtsvisiere gegen das Virus

Nach der Schließung ist vor Produktionsbeginn. Wir mussten ja, wie viele andere öffentliche Einrichtungen unseren Betrieb am 16. März einstellen. Jetzt standen da gut ein Dutzend 3D-Drucker ungenutzt rum. MakerVsVirus und andere Ideen und Projekte, die sich Online in den folgenden Tagen entwickelten luden uns quasi dazu ein, auch irgendwas gegen das Virus zu tun.

Naja, um es kurz zu machen: wir produzieren nun Gesichtsvisiere, um die Gefahr einer Ansteckung von medizinischem Personal und andere Risikogruppen zu reduzieren(die hippen Mädchen und Jungs nennen sie auch Covid-Shields). Die Visiere werden kostenlos an medizinische Einrichtungen abgegeben.

Unsere lieben Kolleginnen und Kollegen aus der Pressestelle haben die ganze Geschichte auch nochmal mit etwas mehr Details angereichert und hier aufgeschrieben: Fab Lab der Uni Siegen druckt Gesichtsvisiere

Und was kann ich tun?

Wir können Materialspenden und Unterstützung bei der Herstellung gebrauchen!

Konkret suchen wir:

  • PETG-Filament 1,75mm
  • PETG-Platten 0.5mm, transparent und klar
  • Elastische Kopflochgummibänder
  • Firmen und Privatpersonen, die selbst 3D-Druckkapazitäten frei haben

Wendet euch gerne an Peter Kubior:

Hilfe, ich bin eine medizinische Einrichtung und brauche Visiere!

Medizinische Einrichtungen, die Interesse an den Gesichtsvisieren haben können sich per E-Mail bei Peter Kubior melden:

Ich bin von der Presse und möchte mehr wissen!!

Bitte wendet euch für weitere Fragen direkt an unsere Pressestelle.

Bleibt gesund. #physicaldistancing not #socialdistancing
Euer Lab-Team!

Pressespiegel

Fab Lab bis auf Weiteres geschlossen

Liebe Community,

das Fab Lab stellt den öffentlichen Betrieb auf Grund der aktuellen Situation vorerst bis zum 20. April ein. Wir informieren euch auf den üblichen Kanälen, wenn eine Öffnung wieder absehbar ist. Wir arbeiten natürlich weiter, so kann es sein, das vereinzelt im Lab Menschen zu sehen sind. Bitte fühlt euch dadurch nicht aufgefordert ins Lab zu kommen und bringt uns dadurch nicht in die schwierige Lage, euch wegschicken zu müssen.

Die Inhalte eurer Projektboxen könnt ihr heute, am 16.03.2020 zwischen 16.00 und 18.00 Uhr abholen, um zuhause an euren Projekten hacken, maken und basteln zu können – oder sie ultimativ fertig zu stellen :). Lasst die Projektboxen selbst bitte im Labor.

Nutzt gerne weiterhin unsere Telegram-Gruppe um euch auszutauschen. Hier droht keine Ansteckungsgefahr.

Bitte beachtet auch die Hinweise der Uni: https://www.uni-siegen.de/start/news/oeffentlichkeit/

Bleibt gesund und handelt verantwortungsvoll.

Euer Lab-Team

Bild von Matthew Henry auf Unsplash

Kunstpädagogik 5.0? – Im Fab Lab?!

Ein Beitrag von Susanne Henning zum Besuch des Seminars Kunstpädagogik 5.0? Künstlerische und kunstpädagogische Erkundungen postdigitaler Wirklichkeiten im Fab Lab Siegen am 17.12.2019

Im Seminar Kunstpädagogik 5.0?, das von Studierenden des Lehramtes Kunst und der Bachelor-Studiengänge Soziale Arbeit (BASA) sowie Pädagogik: Entwicklung und Inklusion (BAStEi) besucht wurde, ging es um die Frage, in welcher Weise Kunstunterricht und Projekte kultureller Bildung auf postdigitale Wirklichkeiten Bezug nehmen und welche Ziele damit erreicht werden können. Als im Kontext des Fab-Lab-Besuchs besonders relevante Ziele wurden zum einen Partizipationsmöglichkeiten an digitalen Entwicklungen in den Blick genommen, zum anderen die Erkundung und Gestaltung von Schnittstellen zwischen medialen und materiellen Artefakten. In diesem Zusammenhang war für uns der Entstehungshintergrund der Fab-Lab-Idee interessant, vor allem aber, wie diese Gedanken in der Konzeption und Nutzung des Fab Lab Siegen konkret werden. Darüber hinaus interessierten wir uns für die technischen Möglichkeiten, die das Fab Lab bietet.
In der auf den Besuch im Fab Lab folgenden Seminarsitzung dachten die Studierenden über die Frage nach: Welche Chancen bietet das Fab Lab im Kontext von Kunstunterricht und kultureller Bildung? Folgende Antworten wurden gegeben:

  • Programmierung und digitale Fertigungsmöglichkeiten kennenlernen
  • experimentelle Möglichkeiten, kreative Entfaltungsmöglichkeiten gerade auch abseits von traditionellen Gattungen wie z.B. Malerei und Zeichnung
  • inklusive Chancen bestehen darin, auch wenig kunstbegeisterte Schülerinnen zu motivieren
  • digitale und materielle Welt werden verknüpft
  • Horizont und Möglichkeiten des Kunstunterrichts werden erweitert, Bezüge zu Lebenswirklichkeiten und Interessen von Schülerinnen hergestellt
  • jede kreative Idee kann selbstbestimmt und frei verwirklicht werden
  • Gedanke des Teilens von Wissen und gegenseitigen Unterstützens fördert Sozialkompetenz
  • ausprobieren, wann und wie digitale und nicht-digitale Fertigungsmethoden sinnvoll eingesetzt werden können
  • könnte im Rahmen von Projektarbeiten besucht werden

Weitere Idee, Fab Lab für Unterricht zu nutzen:

  • Herstellung individueller Lehrmaterialien, anhand derer sich etwas veranschaulichen oder erklären lässt

Obwohl die Frage es nicht vorsah, dachten auch einige Studierende über eine wechselseitige Unterstützung von Kunstunterricht/Projekten künstlerischer Bildung und Fab Labs nach:

  • Fab Lab kann durch eine Kooperation Bekanntheit erlangen und so zum einen stärker genutzt werden, zum anderen auch materielle oder finanzielle Unterstützung bekommen
  • Kooperationen zwischen Schulen und Fab Labs zur gemeinsamen Erkundung von Fragestellungen wären möglich (Fab Lab bietet Möglichkeiten, Schulen eine große Gruppe an Akteuren, gemeinsam können vielfältige Lösungen entwickeln werden)

Nicht schlecht für Freitag den Dreizehnten

Ein Beitrag von Ingo Schultze-Schnabel

Am Abend dieses Dezembertags 2019 hielt ich das erste Exemplar eines 3D-Drucks von einem meiner Motive in der Hand.

Fertiger Druck noch auf dem 3D-Drucker

Ich arbeite künstlerisch seit dem 90ern mit mehrteiligen Bildern und Objekten und suchte eine Methode, einen Entwurf in ein plastisches Objekt aus dem 3D-Drucker umzusetzen.

In mehreren Teilschritten haben mich Mitglieder des Fab Lab Siegen begleitet: Von der Grundinformation über das Fab Lab und seinen Möglichkeiten, den Wegen der Gestaltung von „meinem“ Grafikprogramm über CAD-Programme bis zur Druckeransteuerung war einiges neu für mich. Aber in der tollen Arbeitsatmosphäre hat es Spaß gemacht, sich auf Neues einzulassen.

Nun hängt das neue Objekt provisorisch an der Wand, zum „Testsehen“ sozusagen. Mir geht es um die Mechanismen, mit denen unsere Wahrnehmung mithilfe von Teilinformationen etwas „Ganzes sieht“. Die Qualität der visuellen Information, die Redundanz, das „information gap“ – solche Begriffe gehen mir durch den Kopf.

3D-Druck aufgehängt an der Wand

Hier in der Arbeit sieht man, wie trotz der Abstände zwischen den Streifen an vielen Stellen schnell der Eindruck entsteht, dass dort perspektivisch gesehene Rechtecke abgebildet werden. Die Lücke wird plötzlich zur Information. Mit David Amend kam ich am Ende des Tages noch darauf zu sprechen, wie mit den Fake News genau das Gleiche geschieht, ein Bereich, in dem er Erfahrungen aus der Sicht der Informatik hatte. So wird aus Bruchstücken ein Narrativ und so leicht entsteht „Wahrheit“ in unseren Köpfen. Da bin ich dann wieder bei meinem künstlerischen Thema.

Wer etwas tiefer einsteigen möchte findet auf meinem Blog noch Material.

Wer mehr Kunst in Siegen erleben will sei auf die ChaosFlux vom 24.-26. April verwiesen. Mehr Infos: https://chaosflux.de/de/about/

Projekt: 3D-Copy-Shop Ein Holzmodell wurde von einem Gipsgesichtsabdruck erstellt

Ein Beitrag von Eri

  • Aus einer Gipsgesichtsmaske wurde eine Fotoserie erstellt.
  • Eine Punktwolke aus der Fotoserie wurde mit Linux/Colmap erstellt.
  • Die Punkte wurden bereinigt und aufbereitet mit Meshlab
  • Die Fräsbahnen wurde mit Pycam generiert.
  • Die Fräsbahndateien wurden mit einem eigenentwickelten Tool


vereinfacht, sodass der GCode mit der Fablab-CNC-Software sowie NCcad lauffähig sind.

Face1_Punkte
  • Das Werkstück: ein 1 1⁄2 Jahre altes, getrocknetes Stirnholzstück, vorgebohrt zum auf-„spaxen“ auf die Opferplatte.
  • Fräser: 6 mm Zylinder für das „Schruppen“ sowie 6 mm Kugelkopf für das „Schlichten“
Face2_Tools
Face3

Zum Herstellungsvorgang

Der Vorschub zum Fräsen konnte deutlich erhöht werden. Beim Erstellen wurde die Fräserlänge nicht ausreichend beachtet. So kam es zu dem Spruch des Tages: „Eine Zustellung geht noch“. Bevor es zu Kollisionen kam, wurde abgebrochen. Nach dem Neumodellieren und x-fachen Schlichtdurchgang (Proxxon) entstand Folgendes:

Face4
Face5
Face7

Dieses Projekt entstand durch freundliche Unterstützung der Uni Siegen. Vielen Dank dafür, insbesondere Daniel für seine Mitarbeit und Helga für Textentwurf und Textgestaltung.

Anmerkung:
Vor Ort ist nur ein sehr langsames Linux Notebook (Ubu 19.04) verfügbar. (evtl. mit SSD schneller o. CloudComputing ??)
Netzwerkzugang für Updates geplant.
Freitagsnachmittags ist für solche Projekte mit Publikumsverkehr und die eingeschränkte Zeit der MitarbeiterInnen, erschwerend und nicht so gut geeignet.
Weitere Spaxschrauben fehlen oder sind nicht gefunden worden.
Die Fräser Auswahl ist eingeschränkt.
Ungelöst : Rattermarken.

Donnerstag 13.2., 19 Uhr: Vortrag “FabLab Maya – Kann Technologie helfen, Traditionen zu bewahren?”

Am Donnerstag (13. Februar) wird Christian um 19 Uhr einen Vortrag über das Fab Lab Maya halten. Christian hat das Fab Lab Maya im mexikanischen Dschungel besucht und möchte uns gerne davon berichten. Dort wird versucht mit modernen Technologien die lokale Bevölkerung und die Traditionen zu unterstützen.
Der Titel des Vortrags ist “FabLab Maya – Kann Technologie helfen, Traditionen zu bewahren?”.

Facts

  • Der Eintritt ist frei!
  • Wann: Donnerstag, den 13. Februar 2020
  • Beginn: 19 Uhr
  • Wo: Fab Lab, Herrengarten 2, 57072 Siegen