Fab Lab Siegen

Ausstattung: Der Laser

In diesem Blogartikel möchten wir euch den großen Lasercutter vorstellen, der bei uns im Fab Lab steht. Der Laser ist in vielen Fab Labs das Gerät, das am meisten verwendet wird, weil es recht einfach zu benutzen ist und die Datenaufbereitung sehr einfach ist. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden von Beginn an einen verhältnismäßig großen Laser anzuschaffen, den ihr hier in Aktion sehen könnt:

Was kann man mit diesem Laser machen?

Der Laser wird für Schneide- und Gravurarbeiten genutzt. Gearbeitet werden kann mit unterschiedlichen Materialien, häufig werden Holz, Pappe oder Acryl genutzt. Möglich ist aber auch die Verwendung mancher Kunststoffen oder Metalle, wobei bei Letzteren aufgrund der Materialhärte maximal Gravieren möglich ist. Auch Materialien wie Leder oder sogar Obst lassen sich bearbeiten. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass nur bekannte und erlaubte Materialien gelasert werden dürfen! Bei der Bearbeitung von PVC würden z.B. giftige Gase und Salzsäure entstehen.

Wie funktioniert ein Laser?

Die Laserstrahlquelle befindet sich (nicht sichtbar) hinten im Gerät. Der Laserstrahl wird mit Hilfe von Umlenkspiegeln an sein Ziel gelenkt, wobei diese Spiegel an beweglichen Achsen angebracht sind, sodass der Laser auf jede beliebige Stelle auf der Bearbeitungsfläche des Gerätes bewegt werden kann. Wenige Zentimeter über dem zu schneidenden Material erfolgt dann eine Bündelung des Laserstrahles durch eine Linse, um die notwendige Intensität zu erreichen und die Materialen schlussendlich zu schneiden oder zu gravieren. Da der Laser die Materialien letztlich verbrennt, entstehen Dämpfe, die durch Druckluft sowie eine Absaugung von den empfindlichen Spiegeln und der Linse möglichst ferngehalten werden. Die Abluft wird über einen Schlauch nach draußen geleitet, sodass nicht nur die Technik, sondern auch die Atemwege der NutzerInnen intakt bleiben. Übrigens: Die Konstruktion die den Abluftschlauch durch das Fenster führt, ist natürlich stilgerecht im Fab Lab selbst gebaut worden:

Was gibt es noch zu wissen?

Um etwas Lasern zu lassen können normale Vektorgrafiken genutzt werden, es gehen aber auch Pixelgrafiken oder komplexe 3D-Modelle. Bei Letzteren werden die Grafiken mit Programmen zerlegt (z.B. 123D Design von Autodesk) und nach dem Laserprozess wieder zusammengesetzt. Zum Lasercutter wird ein fest installierter Rechner gehören. Gearbeitet werden kann mit Programmen, die mit dem Gerät kompatibel sind (z.B. Laserline 6 und Corel Draw). Um den Laser nutzen zu können, ist neben der allgemeinen Sicherheitseinweisung eine spezielle Geräteeinweisung notwendig. Auf unserer Dokumentationsplattform erhaltet ihr weitere Infos u.a. zur Bedienung des Gerätes.

Beispiele für Laserarbeiten

Der Laser kann zur Herstellung von Stempeln genutzt werden. Hierzu wird durch das Gerät vom Stempelgummi so viel weggelasert, dass nur noch das zu Stempelnde vorhanden ist.

Interessant ist auch das sogenannte „Living Hinge“-Design. Bei diesem Verfahren wird das Material so gelasert, dass eine Art „Biegeschanier“ entsteht. So werden auch starre Materialien wie Holz form- beziehungsweise biegsam. Im Netz findet ihr zahlreiche Beispiele wie zum Beispiel selbsterstellte Buchcover mit "lebenden Scharnieren".

Beispiele für Arbeiten aus einem Laser:

Alle Daten im Überblick

  • Laser 1290 der Firma EAS
  • Bearbeitungsfläche: X = 1200mm Y = 900mm Z = 100mm
  • Außenmaße: X = 1700mm Y = 1300mm Z = 1050mm
  • Antriebsachsen: Zahnriemen
  • Max. Tischlast: 20 kg, verteilt auf dem Verfahrweg
  • Gewicht: ca.250 kg
  • Lasertyp: CO2 Laser
  • Hersteller Laserquelle: Coherent
  • Kühlung: Luftkühlung
  • Leistung: 30 Watt
  • Wellenlänge: 10,6 um
  • Laserklasse Laserquelle: Laserklasse 4
  • Laserklasse Maschine gesamt: Laserklasse 1
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Student assistant , Public Relations